Erebos-Perchten-Bodensee

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Sonthofen

 

450 wilde Gesellen ziehen durch Sonthofen

Sonthofen | bil | Rund 450 Klausen, Krampusse, Perchten und Bärbele sind am Samstag durch Sonthofen gezogen. Der Sonthofener Klausenverein will bei dem Umzug den Gruppen Gelegenheit geben, sich außerhalb ihrer Heimatorte in ihren Gewändern und Masken zu präsentieren, erklärte Vereinsvorsitzender Michael Lerpscher. Ihre Ruten hatten die meisten der wilden Gesellen bei dem Marsch durch die Fußgängerzone deshalb auch nur zum Anschauen dabei.

«Beim Brauchtumsabend selbst geht es natürlich wilder ab», schilderte Lerpscher. Traditionsgemäß laufen die Klausen je nach Region am 5. und/oder 6. Dezember durch ihre Heimatorte. An diesem Datum einen solchen Umzug zu veranstalten, ist laut Lerpscher völlig unmöglich. Und so zogen in Sonthofen schon eine Woche vorher die wilden Gesellen durch die Straßen.

17 Gruppen aus dem Allgäu, aus Oberbayern, Tirol, Oberschwaben und dem Bodenseeraum nahmen an dem Spektakel teil. Der Sonthofener Verein selbst ist nach eigenen Angaben der wohl größte seiner Art. Er pflegt mit fast 300 aktiven Mitgliedern das Brauchtum. 50 davon waren am Samstag schon zu sehen.

Einer fällt Nele besonders auf. «Ein weißer Rumpelklaus!», ruft sie ihrer Oma begeistert zu. Mama Carina erzählt, dass ein Klaus einmal Nele sanft mit dem Finger über die Backe gestrichen hat. «Da war der Bann gebrochen.»

Jan hält sich die Ohren zu

So unerschrocken sind freilich nicht alle Kinder, vor allem als die Gaichtpass Krampusse auftauchen. Einige von ihnen stieren mit bläulich beleuchteten Augen auf die Zuschauer. Ihre Fans, die von Weißenbach bei Reutte mit nach Sonthofen gekommen sind, brüllen die Kerle laut mit «uah, uah» an. Und die wilden Gestalten schreien genauso zurück. Dem kleinen Jan aus Imberg, der mit der Oma in der ersten Reihe steht, ist das zu viel. Er hält sich mit beiden Händen die Ohren zu. Und geht sicherheitshalber hinter dem langen Parka einer ihm fremden Frau in Deckung.

So geht noch ein paar Mal. Als die Immenstädter Klausen mit rund 60 Teilnehmern den abgesperrten Umzugsweg entlang laufen, presst Jan die Hände auf die Ohren. Und bei den Teufelsfratzen der Tannheimer Krampusse klettert er über einen Schneehaufen wieder hinten den Parka. Die unheimlichen Gestalten aus Rettenberg mit ihren gehörten Helmen jagen dem Buben aber keinen großen Schrecken ein. Und auch die Erebos Perchten aus Konstanz jucken ihn scheinbar wenig, obwohl sogar der Beindlkramer mit seiner Sense dabei ist.

Die Bärbele des Klausenvereins Sonthofen um Oberbärbele Nicole Adolf führen die letzte der 17 Gruppen aus dem Allgäu, Oberbayern, Tirol, Oberschwaben und dem Bodenseeraum an. «Oine scheener wie die ander», ruft Max Adolf, einer der beiden Moderatoren den grausligen Hexen aus Sonthofen zu. Sie ziehen mit ihre männlichen Verfolgern, den Gestalten um Oberklaus Matthias Hecht schließlich Richtung Markthalle und die dichten Zuschauerreihen lösen sich auf.

 

 

Siebnen

Zitat eines Presse Berichts:

“Iiiii” war ein vielgehörter Ausruf in Siebnen an diesem Wochenende. Kein Wunder bei den Masken der Perchten und Krampusse, wie sie an den beiden Umzügen und dem Sternmarsch zu sehen gewesen waren. Krampuslaufen ist ein Brauchtum wie es zum Beispiel im Tirol gepflegt wird. Die furchterregenden Gestalten schwärmten jeweils am 5. Dezember aus und trieben ihr Unwesen, begleiteten dann aber am folgenden Tag den Nikolaus auf seinem Weg. Nachdem der Brauch ein wenig in Vergessenheit geraten war, nahmen sich die Foir Toifl Tobla aus Toblach der Sache an und stellten vor acht Jahren erstmals einen Krampusumzug zusammen, der mittlerweile die grösste Veranstaltung dieser Art im Südtirol ist. In nichts stehen ihnen die Perchten aus dem Bodenseeraum nach, gegen deren imposante und fein herausgearbeiteten Masken – zugegeben nicht jedermanns Sache – selbst die Chälewald Tüüfel lieblich daher kommen.   

 

Dauchingen

Bevor die Narren durch die Dorfstraße fluteten, wurden an die Zuschauer Fackeln verteilt, die unheimliche Schatten auf Gesichter und Hauswände warfen. Unüberhörbar kam der Zug heran, angeführt von der Dauchinger Musikkapelle, die den Fastnachtsgeist mit närrischen Weisen weckte. Es folgten die Gastgeber, die Neckartäle Waldhexen, in großer Zahl. Die Zuschauer am Straßenrand, oft selbst im närrischen Häs, begrüßten die Gruppe mit Narrenspruch und Applaus. Immer wieder brachen die Hexen aus dem Zug aus, schnappten sich eines der vielen jungen Mädchen am Straßenrand, wirbelten ihre Beute durch die Luft und trieben ihren Schabernack. So "fleißig" waren die Hexen, dass manche schöne Maid stöhnte: "Nicht schon wieder", wenn sich einer der Unholde anpirschte. Unterwegs waren aber auch einige Teufelsgruppen, mit besonders schaurigen Masken und infernalischem Geheul die Erebos Perchten vom Bodensee.

 

Obwohl der Narrenfahrplan in dieser fünften Jahreszeit prall gefüllt ist, bekamen die Besucher an der Umzugsstrecke auch neue Zünfte zu sehen. So waren die schaurig anzusehenden 'Erebos-Perchten vom Bodensee zum ersten Mal in Dauchingen. Im Gegensatz begeisterten mit ihren lieblichen Gesichtern die 'Gleppfdohle aus Gremmelsbach' die närrische Menschenmenge am Straßenrand.

 

Nehren

Gruselige Gestalten sind jede Menge zu sehen. Besonders die Erebos-Perchten vom Bodensee sind der Masken gewordene Horror. Dort brennt, qualmt und stinkt es zum Himmel. Da tut es ganz gut, dass es dazwischen liebliche Figuren gibt, die einen kleinen Plausch halten oder sich es mitten auf der Straße bequem machen.

 

Achberg

ACHBERG Oben leuchten die Sterne, und eine schmale Mondsichel steht am klaren Himmel. Unten lodern und brennen die bengalischen Feuer der Perchten. Sie scheinen direkt aus der Unterwelt zu kommen. Aus einem hellorange glühenden Höllentor tauchen die unheimlichen, zotteligen, wilden Wesen auf. So manch kleiner Umzugsbesucher ist jetzt froh, dass Mama und Papa als Begleitschutz dabei sind. Aber wirklich Angst hat niemand. Viel zu schön und faszinierend sind die Perchten anzuschauen. Detailgetreu geschnitzte Masken zeigen furchterregende Fratzen. Und doch strahlen die Erebos Perchten Bodensee eine würdevolle Autorität aus. Ja, die sind geeignet, den Winter und mit ihm alle bösen Geister zu vertreiben. Auch wenn sie damit noch verflixt früh dran sind. Nur ab und zu lassen sie ihre Ruten über die Schenkel eines der jungen Burschen tanzen.

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