Erebos-Perchten-Bodensee

Der Brauch

Ein Percht (Plural: Perchten) ist eine Gestalt des bayerisch-österreichischen alpenländischen Brauchtums, von denen es, vor allem in der Zeit von Ende November bis Januar, mehrere verschiedene unterschiedlichen Charakters gibt, die sich wiederum zwei Gruppen zuordnen lassen: den „guten“ Schönperchten und den „bösen“ Schirchperchten, die mit ihren umgehängten Glocken nach einer Sage den Winter – bzw. die bösen Geister des Winters – austreiben sollen (Winteraustreiben bzw. Austreiben des alten Jahres).

 

 

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Perchten stehen wohl im Zusammenhang mit der Sagengestalt der Perchta, die allerdings ihrerseits eine ungeklärte Herkunft hat. Eine Theorie zur Namensgebung geht davon aus, dass sich der Begriff von mittelhochdeutsch berchttac, berchtnacht, dem mittelalterlichen Wort für den Feiertag der Erscheinung des Herrn (Epiphanias), heute das Dreikönigsfest am 6. Januar, herleitet; mittelhochdeutsch bercht bedeutete ‚glänzend‘, ‚leuchtend‘ (vgl. englisch bright ‚hell‘).

Ursprünge und Entwicklungen des Brauchs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lärmende Umzüge mit Masken dämonischer Weiber, heidnischer Göttinnen sowie wilder und zahmer Tiere werden, gemeinsam mit anderen Sitten und Gebräuchen, zu den Kalendenfeiern (römische-germanische Neujahrs- und Weihnachtsfeste) schon um 500 n. Chr. von Caesarius von Arles beschrieben.[1][2] So wird die Percht auch mit der Wilden Jagd in Verbindung gebracht.[3] Inwieweit das Perchtenlaufen tatsächlich auf heidnische Bräuche zurückgeht, ist jedoch umstritten. Die Bezeichnung Percht entwickelt sich erst später heraus.

Im 11. Jahrhundert wurde in den Mondseer Glossen die Bezeichnung Giperchtennacht erwähnt, die von Johann Andreas Schmeller und Jacob Grimm als Übersetzung des griechischen Wortes Epiphanie (althochdeutsch strahlend) interpretiert wird.[1]

Mit der fortschreitenden Christianisierung im Alpenraum zu Beginn des Mittelalters wurde die Percht dann zunehmend als Gestalt der Domina Perchta oder auch Frau Welt mit den sieben Hauptlastern in Verbindung gebracht. 1729 bringt Christian Gottlob Haltaus den Perchttag mit einer Göttin Precha in Zusammenhang.[1]

Eine Renaissance erlebten die Perchtenkulte erst wieder mit der Säkularisation und einer sich ändernden Einstellung zur Volkskultur im 19. Jahrhundert, und dann noch einmal gegen Ende des 20. Jahrhunderts.

In Salzburg wurde das Fest der Perchta 1941 zum letzten Mal mit Masken gefeiert, seinerzeit als nationalsozialistisch-neuheidnisches Brauchtum.

Perchtenlaufen in der Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis heute finden in Österreich, Südtirol, der Schweiz und im Süden Deutschlands die Perchtenläufe in der Nachweihnachtszeit (den Rauhnächten von Heiligabend bis Dreikönigstag, traditionellerweise haben Perchten auch nur in dieser Zeit etwas mit Brauchtum zu tun).

In der Regel sind es heutzutage örtliche Vereine, die noch Perchtenkostüme herstellen und Perchtenläufe veranstalten. Eine Pass meint die jeweilige Gruppe, die an einem Perchtenlauf verkleidet teilnimmt. Auch bei den Glöcklern wird diese Bezeichnung verwendet.

 

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